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Die
Kirchenglocken von
St.
Katharina von 1300 bis heute
In
alten Zeiten konnte mit 3 Glocken geläutet werden.
Die
mittlere Glocke, sie wog nur über einen Zentner, ist nach dem 30jährigen
Krieg (1678) zersprungen und für ca. 23 Taler 1711 verkauft
worden.
Die
große Glocke wurde 1800 von Joh. Gottlieb Gräfe in Glauchau
umgegossen und erhielt außer einem Blätterornament um die Haube
nur den Namen des Gießers.
Die
kleine Glocke hat unzweifelhaft einen kunstgeschichtlichen Wert,
denn sie gehört zu den ältesten Glocken des Ostkreises. Man
nimmt an, dass die Glocke aus der Zeit um 1500 stammt.
Nachdem
die kleine Glocke der Kirche wegen des besonderen
kunstgeschichtlichen Wertes nach §9 der Bekanntmachung vom 1. März
1917 von der Enteignung und Ablieferung zu befreien war, musste
die große Glocke, die bisher als Läuteglocke vorläufig zurückgestellt
war, enteignet und abgeliefert werden, weil grundsätzlich nur
eine Glocke für die Bedürfnisse des Gottesdienstes zurückgestellt
bzw. befreit werden durfte.
Am
26.07.1917 wurde die große Glocke heruntergeholt und der
Gemeindekirchenrat verabschiedete sich von der Glocke.
Somit
hatte die kleine, spätestens aus dem 15. Jahrhundert stammende
Glocke zugleich als Läuteglocke zu dienen. Es erscheinen an der
Schweifung zwei kleine, sehr verblichene Fadenreliefs, von denen
das eine auf einer in einem sogenannten Eselsrücken endigenden
vertikal geteilten Tafel scheinbar einen Heiligen und einen
knienden Bischof, das andere auf einer mit 3 pyramidalen Spitzen
gekrönten Tafel einen Bischof und einen knienden Ritter
darstellt. Darunter befinden sich je 3 Wappenbilder, von denen nur
die gekreuzten päpstlichen Schlüssel im ersten Feld noch
deutlich erkennbar waren. Zwischen den Reliefs ist ein
rosenförmiges Ornament und um die Haube läuft zwischen 2 Fäden
eine einfache Dreiecksverzierung. Diese Glocke ist in Thüringen
in ihrer Art einzig. Die älteste kleine Glocke hat einen
Durchmesser von 71 cm und ist auf den Ton cis gestimmt.
Ihr
Ruf drang nicht bis zu allen Häusern der Gemeinde. Der
Kirchenvorstand war der guten Zuversicht, "dass sich die Gemeinde
wird willig finden lassen, für die Glocke, die der Krieg genommen
hat, Ersatz zu beschaffen". Er wendete sich an die Gemeindeglieder
mit der herzlichen Bitte, "ihren Glauben zum Gotteshaus durch
freiwillige Spenden zu bestätigen".
Spendenaufruf
von 1925: "Wer mehr hat gebe mehr, wer wenig hat gebe wenig,
ein jeder nach seinen Kräften!"
So
wurde 1925 die Firma Ulrich in Apolda - Glockengießerei -
beauftragt eine neue Bronzeglocke zu gießen, die zu der kleinen
Glocke im Ton passt. Die Glocke wurde im April 1925 von der Firma
Ulrich geliefert und angehängt. Sie wog 344 kg und wurde auf den
Ton ais gestimmt und kostete 1326 Goldmark. Die Glocke wurde durch
Spenden der Kirchgemeinde bezahlt. Im September 1939 wurde von dem
Herforder Elektrizitätswerk "Bokelmann & Kuhlo" für
die zwei Glocken der Kirche eine elektrische Läuteanlage
eingebaut.
Am
5. März 1942 zog dann die große Glocke ebenso wie ihre Vorgängerin
in den Krieg.
Danach
wurden wieder die Gemeindeglieder aufgerufen, die ihre Kirche lieb
hatten, zu einer angemessenen Spende für eine neue Glocke.
Zitat
aus der Spendenliste von 1950: "Auch in unserer Gemeinde möchte
wieder ein volles Geläut die Menschen zu Gottes Wort, zu Einkehr
und Stille rufen. So laßt Eure Gaben Opfer sein für Glocken in
Rasephas!''
Die
Glockengießerei Franz Schilling Söhne Apolda hat im März 1951
eine Glocke gegossen.
Sie kostete 1520 Deutsche Mark. Bezahlt
wurde die Glocke durch den Verkauf der vor dem 2. Weltkrieg
eingebauten elektrischen Glockenläutemaschine und Spenden.
Die
Kirchgemeinde wollte nun Anfang der 60er Jahre wieder eine neue
Glockenläuteanlage einbauen lassen. Den Einbau der Glockenläuteanlage
nahm die Firma Krökel aus Pössneck vor.
Sie übergab am
23.04.1965 die neue Glockenläuteanlage, sie kostete ca. 3000 MDN.
Mit dieser Läuteanlage hatte die Kirchgemeinde anfangs und auf spätere
Zeit nicht viel Glück. Sie funktionierte nicht wie gedacht, die
kleine Glocke versagte gleich nach dem Einbau und die größere
Glocke fiel vor Weihnachten 1965 auch aus.
Seit Weihnachten 1965
wurde dann wieder mit Seilen geläutet. Ein reichliches Jahr später,
hat dann die Firma Krökel das erstellte Glockengeläut funktionsfähig
gemacht. Diese Reparatur schien vorerst gelungen zu sein und beide
Glocken läuteten wieder. Kurze Zeit danach stellten sich wieder
Reparaturen ein, diese wurden nun von einem hiesigen
Elektrofachmann übernommen. 1968 spendete das Diakonische Werk
Berlin eine Schaltuhr für das elektrische Glockengeläute in
Rasephas. Die Inbetriebnahme der Schaltuhr wurde erst 1987 durch
Pfarrer M. Michaelis veranlasst, gleichzeitig musste der
Quecksilberschalter durch einen Mikrotaster ersetzt werden. 1993
brach ein kleiner Brand in der Steuerung aus, dank häufigen
Wartungsaufwandes lief die Läuteanlage noch bis Oktober 1994,
dann aber brannte der Motor der großen Glocke durch und es
konnte mit eigener Wartung nichts mehr getan werden.
Nun rief der
Gemeindekirchenrat wieder zu Spenden auf. Am 3. Dezember 1994
wurden die Bürger durch die Altenburger Presse aufgerufen, die
Kirchgemeinde Rasephas finanziell zu unterstützen.
Dank der
vielen Spenden bis Weihnachten konnte die erste Rate an die
Herforder-Werke bezahlt werden, die noch kurz vor Weihnachten die
neue Läuteanlage einbaute. Ausgeführt wurden die Arbeiten durch
Herrn Gauer, der bis vor wenigen Jahren der Landesglockenwart der
Ev.- Luth. Kirche in Thüringen war. Er wechselte zusätzlich ohne
Aufpreis die alten zu großen Räder gegen neue verzinkte aus,
richtete die Klöppel in beiden Glocken und schmierte alle Lager.
Der Gemeindekirchenrat hatte mutig die Erneuerung der Läuteanlage
beschlossen, obwohl damals erst 850 DM an Spenden eingegangen
waren und sich dabei auf das Interesse und die Spendenbereitschaft
der Gemeinde verlassen - wie sich erfreulicherweise gezeigt hat
nicht zu unrecht: das Ergebnis einschließlich der Kollekte in den
Christvespern spricht für unsere Gemeinde: 4854,73 DM. So konnte
1994 die erste Hälfte der insgesamt 8059,00 DM bezahlt werden und
im zweiten Halbjahr 1995 die zweite Rate.
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